Burnout ist auf dem Vormarsch und die psychische Erkrankung Depression auch.
Wo liegen die Gründe? Wen betrifft es besonders? Was kann man tun? Mein
Beitrag gibt Ihnen einige Anregungen, um Ihr Wohlbefinden zu erhöhen.
Menschen schieben gerne unangenehme Sachen auf. Das wissen wir und die
Forschung bestätigt es. Warnzeichen des Körpers und Hinweise von der Familie
oder von Freunden werden ignoriert. Bis es nicht mehr geht. Bei manchen passiert
dies früher, bei anderen mit einer höheren Widerstandskraft, Belastbarkeit oder
Robustheit (modern: Resilienz) später.
Wer sensibler ist und auf seine Gefühle achtet, der wird eher bemerken, wenn es
ihm schlechter geht. Der Sorglose wartet und nimmt dabei ein hohes Risiko auf:
Den körperlichen und mentalen Zusammenbruch. Endstation: Klinik. So weit braucht
es jedoch nicht zu kommen!
Die meisten kommen aus einer Krise wieder heraus (alleine oder mit professioneller
Hilfe. Teilweise sogar stärker, was als posttraumatisches Wachstum (Posttraumatic
Growth) bezeichnet wird. Genau dies war der Grund von Forschern wie Antonovsky
danach zu suchen, was Menschen trotz schwerster Erfahrungen (Überlebende eines
deutschen Konzentrationslagers) gesund hält: Vor allem einen Sinn auch in negativen
Ereignissen zu finden und diese in sein Weltbild einbauen ("Kohärenzsinn").
Burnout und Depression sind mittlerweile Themen, denen wir in der Arbeit, der
Gesellschaft und in den Medien täglich begegnen. Warum?
Arbeiten wir zu viel? Oder gar nicht? Spielen wir zu wenig? Haben wir keine Zeit
(oder Lust?) für Familie, Freunde oder Nachbarn? Bewegen wir uns kaum noch?
Sehen wir den Himmel nicht mehr und verpassen daher unser täglich notwendiges
Lichtquantum?
Und fehlt uns der höhere Sinn im Leben und die Antwort auf die Frage, was das
alles soll? Oder machen wir einfach nicht die Tätigkeit, die uns Freude bereitet und
in der wir ganz aufgehen? In der wir den Fluss des Lebens spüren und uns selbst
vergessen (Flow-Erleben nach Csikszentmihalyi)?
Wer in einer tiefen Krise steckt, unter Burnout leidet oder gar eine mittlere oder
schwere Depression hat, der ist über jede Hilfe dankbar. So zahlreich wie bei
manchen körperlichen Erkrankungen sind die Heilsversprechen und so individuell
die Lösungen. Menschen unterscheiden sich - auch in der Weise, was ihnen hilft.
In der wissenschaftlichen Psychologie gibt es seit zehn Jahren eine neue Bewegung:
Die Positive Psychologie. Sie zielt auf die positiven Emotionen von Menschen, auf
Stärken und Tugenden, um das Leben zu meistern, und auf stabile Verhältnisse
in der Familie, Gemeinde, Schule, Organisation und Gesellschaft, die diese fördern.
Wer sich um die positiven Emotionen, um Charakter und stabile Verhältnisse kümmert,
der braucht negative Ereignisse, die immer eintreten werden, nicht zu fürchten.
Er hat die Gewissheit, dass am Ende immer alles gut wird.
Eckhart von Hirschhausen setzt voll auf den Humor und sein Vorbild Patch Adams,
der Kranke nicht nur durch Medikamente oder Operationen, sondern auch durch
Lachen und Empathie half, gesund zu werden. Auch wenn Hirschhausen vieles nur
sehr oberflächlich behandelt - er ist ja auch ein Comedian - und kein praktisch tätiger
Arzt oder Coach, so gebührt ihm doch der Verdienst, sehr viele Leute auf wichtige
Dinge hinzuweisen. Und sein Buch "Glück kommt selten allein ..." enthält eine
interessante Liste an Büchern, für den, der mehr wissen will.
Also, wer wirklich wissen möchte, wie er dauerhaft glücklich, oder zu mindestens
zufrieden mit seinem Leben wird, der lese folgende Bücher und vor allem: Handle
danach! Meine persönlichen Top 10 hierzu:
1. Jonathan Haidt: Die Glückshypothese. Antike Weisheit und aktuelle Forschungs-
ergebnisse vereint Haidt zu einer stimmigen Aussage. Er präsentiert viele interessante
Erkenntnisse, schreibt persönlich und berichtet auch über einen Selbstversuch mit
Prozac (deutsch: Fluoxetin) ein Medikament zur Linderung von Depressionen. Nach
Haidt sind vor allem Meditation, kognitive Verhaltenstherapie und eben Prozac wirk-
same Mittel. Bewegung an der frischen Luft, Aktivitäten mit anderen Menschen, die
Freude machen, sind ebenfalls wirksame Methoden, die wenig Zeit lassen für negative
Gedanken.
2. Daniel Nettle: Glücklich sein. Was es bedeutet und wie man es wird. Nettle hat
ein kurzes Buch geschrieben, das aktuelle Psychologie enthält und Spaß macht zu
lesen.
3. Richard Wiseman: So machen Sie Ihr Glück. Wiseman ist derjenige Psychologe,
der sich wohl am intensivsten mit alltäglichen Fragen beschäftigt hat. Als ehemaliger
Zauberkünstler weiß er auch, wie er Forschungsergebnisse einem Publikum darbietet,
damit es applaudiert. Auch gut: Wie Sie in 60 Sekunden ihr Leben verändern (der
englische Titel geht von 59 Sekunden aus ... Brauchen wir Deutschen eine Sekunde
länger?
4. Martin Seligman: Der Glücks-Faktor. Das Buch dreht sich um zwei der drei
Grundlagen der Positiven Psychologie, Positive Emotionen und Stärken, und
um drei wichtige "Räume des Lebens": Arbeit, Liebe und Kinder erziehen. Mit
Skalen zur Selbsteinschätzung.
5. Sonja Lyubomirsky: Glücklich sein. Warum Sie es in der Hand haben,
zufrieden zu leben. Lyubomirsky schrieb dieses Buch zur Positiven Psychologie,
dass auf fundierter Forschung aufbaut, eine gutes Modell bietet und zahlreiche
Aktivitäten vorschlägt, die Glück und Zufriedenheit steigern. Finden Sie Ihre!
Es enthält auch ein Kapitel über Depessionen und Skalen zur Selbsteinschätzung.
6. Martha Beck: Enjoy your Life. Jede Menge hilfreiche Tipps, Übungen und
Vorschläge, um eine Krise zu meistern oder seine Zufriedenheit zu steigern.
7. Ed Diener und Robert Biswas-Diener: Happiness. Unlocking der Mysteries
of Psychological Wealth. Diener ist der Dienstälteste und einer der ersten
Psychologen, der sich mit subjektivem Wohlbefinden befasst hat, lange bevor
Seligman drauf kam. Das Buch hat er zusammen mit seinem Sohn geschrieben,
der u.a. in Afrika bei den Massai, in der Arktis bei den Eskimos (ok, politisch korrekter:
Inuit) und in Indien bei den Unberührbaren nach Glück gesucht und es auch dort
gefunden hat. So nennt Martin Seligman ihn auch den "Indiana Jones der Psychologie".
Das Buch beschäftigt sich mit allen wichtigen Aspekten von Glück (Happiness) und
enthält viele Skalen, um sich selbst einzuschätzen.
8. Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. 9. Eckart von Hirschhausen.
Glück kommt selten allein ... 10. Stefan Klein: Die Glücksformel.
Sie haben keine Zeit zu lesen? Brauchen sofort einen guten Rat? Dann nutzen
Sie doch meine telefonische Beratung! Ich freue mich auf Sie!
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