Robustheit: Merkmal und Selbsttest

Die Psychologen Salvadore Maddi und Susan Kobasa haben das
Konzept der Robustheit im Umgang mit Stressoren beschrieben,
von W. Doyle Gentry stammt ein Selbsttest für dieses Merkmal.

Das Konzept der Robustheit (englisch: Hardiness, auch: Widerstandskraft,
Belastbarkeit) basiert auf der Beobachtung, dass Mitarbeiter und Führungs-
kräfte unter Stressbedingungen empfänglich oder nicht empfänglich für
stressbedingte Krankheiten sind. Anders ausgedrückt: Sie reagieren sehr
unterschiedlich auf die gleichen, starken Anforderungen einer Situation.

Drei Komponenten

Kobasa und Maddi sehen Robustheit als Persönlichkeitsmerkmal,
das aus drei Komponenten besteht:

  • Commitment: Das Engagement für wichtige Dinge und Menschen
  • Kontrolle: Der Glaube, dass man selbst die Ereignisse beeinflussen kann
  • Herausforderung: Veränderungen als Gelegenheit zur Entwicklung sehen

Im Original heißen diese Commitment, Control und Challenge (kurz: Die 3 Cs).

Studie

Kobasa (1982) untersuchte in einer Studie 200 Führungskräfte eines Kom- munikationsunternehmens, die unter hoher Stressbelastung standen. 100
dieser Führungskräfte sagten, dass sie unter stark ausgeprägten Krankheits-
symptomen litten, während die anderen 100 Führungskräfte über wenige
bis keine Symptome berichteten.

Das Ergebnis war, dass sich beide Gruppen in allen drei Komponenten der
Robustheit unterschieden. Weiter erwies sich in einer anschließenden Längs-
schnittstudie Robustheit als gutes Vorhersagemerkmal einer Führungskraft,
in den nächsten 5 Jahren gesund zu sein.

Ähnliche Konzepte

Robustheit oder Widerstandskraft ist vor allem dann entscheidend, wenn
die Person eine stressvolle Zeit zu bewältigen hat. Eng verwandt ist dieses
Konzept mit dem Merkmal "Emotionale Stabilität / Neurotizismus" der
bekannten Big Five Persönlichkeitfaktoren. Die Alltagssprache verwendet
auch den Begriff "Belastbarkeit".

Auswahl, Entwicklung und Gestaltung

Daraus folgt, dass das Konzept der Robustheit - und ähnliche Konzepte wie
personale Ressourcen, Charakterstärken oder Resilienz - wichtig ist für die
Auswahl und das Entwickeln von Mitarbeitern und Führungskräften (z.B. wer
soll welche Art von Training erhalten) und für die Gestaltung von Arbeits-
und Organisationsbedingungen (wie Aufgaben, Betriebsklima, Unternehmens-
kultur), die Robustheit fördern.

Selbsttest zur Robustheit

Der Psychologe Dr. W. Doyle Gentry hat aufgrund seiner Erfahrung von 40 Jahren
einen Selbsttest zur Robustheit entwickelt. Diesen können Sie unter folgendem
Link kostenfrei durchführen: Selbsttest Robustheit

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